EU Zollreform: Diese Entwicklungen sollten Unternehmen im Blick behalten
Die EU arbeitet an der größten Zollreform seit Einführung der Zollunion. Ziel ist ein stärker datengetriebenes, digitales und europaweit einheitliches Zollsystem. Das gemeinsame Ziel: Zollprozesse digitaler, effizienter und europaweit einheitlicher gestalten.
Für Unternehmen im Außenhandel lohnt sich bereits heute ein genauer Blick auf die geplanten Veränderungen. Besonders drei Entwicklungen stehen dabei im Fokus:
- Reform des Unionszollkodex (UZK)
- EU Customs Data Hub
- Neue digitale Lieferantenerklärungen
1. Die Reform des Unionszollkodex (UZK)
Mit der geplanten Reform des Unionszollkodex verfolgt die EU das Ziel, das Zollwesen stärker zu harmonisieren und datengetrieben auszurichten.
Künftig sollen Zollprozesse weniger auf einzelnen Anmeldungen und Dokumenten basieren, sondern verstärkt auf zentral verfügbaren Daten. Ergänzt wird dieses Konzept durch die Schaffung einer europäischen Zollbehörde, die Risikoanalysen und Kontrollen EU-weit koordinieren soll.
Für Unternehmen bedeutet das einen Paradigmenwechsel: Weg von Prozessen, die auf nationaler Ebene reglementiert werden, hin zu einem digitalen und europaweit vernetzten Zollökosystem.

2. EU Customs Data Hub
Unternehmen müssen Zoll- und Lieferkettendaten künftig über eine zentrale europäische Plattform bereitstellen: Der geplante EU Customs Data Hub soll langfristig die heutigen nationalen Zollsysteme – darunter auch ATLAS – ablösen.
Der Data Hub wird Import- und Exportdaten zusammenführen, EU-weite Risikoanalysen ermöglichen und den Datenaustausch zwischen Wirtschaft und Zollbehörden vereinfachen.
Nach aktueller Planung werden erste Funktionen für eCommerce ab 2028 eingeführt, eine breitere Nutzung ist für Anfang der 2030er Jahre vorgesehen.
3. Digitale Lieferantenerklärungen ab Ende 2027
Auch im Bereich Warenursprung und Präferenzen stehen wichtige Änderungen bevor.
Mit einer neuen Verordnung, die am 23.12.2027 in Kraft tritt, werden Lieferantenerklärungen künftig vollständig elektronisch erstellt.
Unternehmen müssen sich auf neue Prüfpflichten, zusätzliche Ursprungsinformationen und neue Anforderungen an ihre Daten einstellen.
Bereits jetzt geschaffene Schnittstellen-Standards, wie der des Bundesverbands der Zollsoftware-Hersteller (BVZH), bleiben weitgehend verwendbar und benötigen nur punktuelle Erweiterungen.
Die EU steht vor der größten Zollreform der letzten Jahrzehnte. Deshalb waren unsere Kolleg*innen im Juni 2026 beim Treffen des Bundesverbands der Zollsoftware-Hersteller (BVZH) in Darmstadt. Im Austausch mit Verband, Unternehmen und Expert*innen wurde deutlich, wie stark sich die Zollwelt in den kommenden Jahren verändern wird.
Für uns bei Mercoline ist der Austausch beim BVZH enorm wertvoll. Er ermöglicht uns, regulatorische Entwicklungen frühzeitig zu verstehen, Erfahrungen aus der Praxis einzubringen und gemeinsam mit dem BVZH sowie unseren Kunden die Zoll- und Compliance-Prozesse von morgen aktiv mitzugestalten.
4. Fazit
Diese Entwicklungen sprechen eine klare Sprache: Das europäische Zollwesen wird digitaler, datengetriebener und stärker vernetzt.
Unternehmen sollten diese Veränderungen nicht erst dann berücksichtigen, wenn die neuen Prozesse und Vorschriften in Kraft treten.
Wer bereits heute seine Außenhandelsprozesse, Stammdaten und Compliance-Strukturen auf zukünftige Anforderungen ausrichtet, schafft die Grundlage für einen reibungslosen Übergang in die nächste Generation des europäischen Zollwesens.
Wir von Mercoline werden Sie über alle neuen Entwicklungen informieren und arbeiten daran, unsere Lösungen frühzeitig an neue Vorgaben anzupassen.
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