EU-Entwaldungsverordnung erneut verschoben: So machen Sie Ihre SAP Transport- und Logistikprozesse fit für Ende 2026
Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sorgt seit Monaten für Diskussionen. Nun steht fest: Die Anwendungspflicht wird erneut verschoben. Für Unternehmen bedeutet das zwar keine Entwarnung, aber auch eine wertvolle Chance, Prozesse und IT-Systeme jetzt gründlich vorzubereiten.
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, was die EUDR fordert, warum sie verschoben wurde und welche Daten Unternehmen künftig erfassen müssen. Darüber hinaus erfahren Sie, wie Sie die Zeit nutzen können, um Ihre SAP-Systeme, Logistikprozesse und Carrier-Anbindungen optimal auszurichten.

Welche Regelungen enthält die EU-Entwaldungsverordnung?
Die Verordnung (EU) 2023/1115 verpflichtet Unternehmen, den entwaldungsfreien Anbau bestimmter Produkte nachzuweisen.
Betroffen sind Rohstoffe wie:
- Holz
- Kaffee
- Kakao
- Rindfleisch
- Soja
- Palmöl
- Naturkautschuk
sowie zahlreiche daraus abgeleitete Erzeugnisse.
Zentrale Anforderungen:
- Geolokalisierungsdaten der Produktionsflächen
- Dokumentation der Lieferkette
- Risikobewertung und Risikominderungsmaßnahmen
- Due-Diligence-Erklärung über das EU-IT-System
Warum wurde die EUDR verschoben?
Ursprünglich sollte die Anwendung ab dem 30. Dezember 2025 verbindlich werden. Aufgrund technischer Herausforderungen, insbesondere bei der Bereitstellung des EU-IT-Systems für die Due-Diligence-Erklärungen, haben die Kommission, das Parlament und der Rat der EU eine Verschiebung beschlossen.
Neue Zeitpläne zur Anwendung der EUDR:
- 30. Dezember 2026 für große und mittlere Unternehmen
- 30. Juni 2027 für kleine Unternehmen
Daraus ergibt sich eine große Chance: Unternehmen gewinnen Zeit, sich professionell vorzubereiten und ihre ERP- und Logistikprozesse abzusichern.
Welche Daten müssen Unternehmen künftig erfassen?
Die EUDR bringt zwar umfangreiche Pflichten mit sich, aber nicht jeder Marktakteur muss alles erfassen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen:
- Erst-Inverkehrbringern (First Placer)
- Händlern und Weiterverarbeitern
Relevante Datenpunkte:
- Geodaten der Produktionsfläche (Koordinaten)
- Produktionszeitpunkt (Nachweis: keine Entwaldung seit 31.12.2020)
- Lieferkettendaten inkl. aller Vorlieferanten
- Risikobewertung anhand von Länder- und Risikoklassen
- Nachweise über Risikominderungsmaßnahmen
- Einreichung der Due-Diligence-Erklärung über das EU-IT-System
Je nach Produkt, Lieferkette und Geschäftsmodell variiert die notwendige Detailtiefe.
Was bedeutet die EUDR für Transport- und Logistikprozesse bzw. Carrier-Anbindungen?
(z.B. DHL Express, UPS, weitere KEPs und Speditionen)
Transportdienstleister müssen keine eigene Due Diligence durchführen. Dennoch werden sie stärker eingebunden, da Versender künftig zusätzliche Daten bereitstellen müssen, die korrekt an den Transportdienstleister übergeben werden sollen.
Für die Sendungsanmeldung und Carrier-Integration bedeutet das:
- Übergabe von EUDR-Produkthinweisen nach Schnittstellenvorgaben der Transportdienstleister
- Übermittlung einer Due-Diligence-Referenznummer (sobald verfügbar)
- Klassifikation der Waren als EUDR-relevant
- Dokumentation der Herkunftsnachweise, sofern Kunden diese für ihre Compliance benötigen
Damit werden EUDR-Informationen Bestandteil der operativen Logistikprozesse und müssen technisch sauber in die Carrier-Integration eingebunden werden.

Wie Sie die Zeit bis 2026 nutzen
Derzeit arbeiten einige Transportdienstleister bereits an der Erweiterung ihrer Versandsysteme und der entsprechenden Schnittstellen zur Beauftragung von Sendungen. Mercoline arbeitet bereits mit diesen Dienstleistern zusammen, um die Übertragung der EUDR-relevanten Daten nach Vorgabe der Transportdienstleister rechtzeitig zu ermöglichen und allen Kunden über Updates für M.SmartLogistics und Multi Carrier Sphere bereitzustellen.
- Neben der reinen Datenübertragung an externe Systeme, wie die Backends der Transportdienstleister, sind jedoch weitere organisatorische Fragen relevant.
- Wie werden die relevanten Daten, beispielsweise das Due-Diligence-Statement und der relevante TARIC-Code, für die Übertragung erfasst?
- Wie kann eine Vorbelegung für die Übergabe an das Versandsystem zur Vollautomatisierung erfolgen?
- Welche meiner Materialien sind betroffen und sind diese korrekt tarifiert?
Die Beantwortung dieser Fragen und eine rechtzeitige Vorbereitung sind wichtige Schritte zur Umsetzung der Richtlinie im Jahr 2026.
Warum Sie jetzt handeln sollten und wie Mercoline Sie dabei unterstützt
Die Anforderungen der EUDR verschwinden nicht – im Gegenteil.
Unternehmen, die jetzt beginnen, ihre SAP-Daten und -Prozesse anzupassen, profitieren von:
- Klaren Verantwortlichkeiten
- Sauberen Daten
- Geringeren Projektkosten bei Eintreten der rechtlichen Verpflichtungen
- Weniger Risiko bei zukünftigen Audits
- Einem echten Wettbewerbsvorteil gegenüber spät reagierenden Marktteilnehmern
Wie Mercoline Sie dabei unterstützt
Mercoline begleitet SAP-Anwenderunternehmen auf dem Weg zur EUDR-Compliance, unter anderem durch die Integration von EUDR-Informationen in die Carrier-Anbindung sowie die entsprechende Vorbereitung auf die EUDR-Vorschriften in M.SmartLogistics und Multi Carrier Sphere.
Kontaktieren Sie uns bei Fragen, wir unterstützen Sie gerne.
Offizielle Infos: Regulation on Deforestation-free products - Environment
Hintergrundwissen: EU Regulation on Deforestation-free products - Wikipedia